Natur und Mensch
Großflächige Waldvernichtung und Bodenversiegelung
Beim Bau von Windparks mit 260-Meter-Rädern ist pro Windrad mit circa 2,5 ha Waldverlust zu rechnen. Das sind rund 3,5 Fußballfelder (FIFA-Standard). Dazu gehört die Fläche für das Windrad selber, für die Aufstellfläche des Krans, für die Transportwege und die Verlegung der Starkstromleitungen. Das zeigen Erfahrungswerte von bereits gebauten Windparks. Flächenanbieter und Windkraftlobby rechnen diesen Waldverlust gerne kleiner, indem sie zum Beispiel den Waldverlust unter den Tisch fallen lassen, der durch die Transportwege und die Verlegung der Starkstromleitungen entsteht. Außerdem beziehen sie sich bei ihren Verlustangaben gerne auf kleinere Windräder wie sie in der Vergangenheit gebaut wurden – und nicht auf die 260-Meter-Monsterräder, wie sie auf dem Heckberg geplant sind. Der Waldverbrauch durch die anzulegenden Verkehrsflächen ist nicht zu unterschätzen. Immerhin müssen riesige Windradsegmente an die Aufstellstandorte gebracht werden, u.a. die jeweils 80 Meter langen Flügel. Dazu können keine verschlungenen, schattigen Waldwege genutzt werden. Stattdessen müssen breite, gerade Schneisen in den Wald geschlagen und über die gesamte Breite bis zu einer Tiefe von 2 Metern mit verdichtetem Schotter ausgekoffert werden, damit sie die Hyperschwerlasttransporte (z.B. Maschinenhaus des Windrads plus Transportfahrzeug mit bis zu 170 Tonnen Gesamtgewicht) tragen können. In Dimensionierung und Aussehen handelt es sich dann nicht mehr um Waldwege, sondern eher um zweispurige Bundesstraßen. Ein Rückbau wird in der Regel nicht vorgenommen, weil die Straßen nach der Bauphase für die laufende Wartung und Instandsetzung der Windräder genutzt werden. Jedes Windrad wird mit einem gigantischen Betonfundament von jeweils mehreren tausend Tonnen im Boden verankert. Dadurch entsteht eine großflächige Bodenversiegelung, die die Funktion des Waldbodens als Wasserspeicher schädigt (nebenbei bemerkt: Die Herstellung von Beton ist hochgradig CO₂-intensiv).
Wie denken die Naturschutzverbände über Windkraft im Wald?
Die Naturschutzverbände lehnen Windkraft im Wald ab. Deutsche Wildtierstiftung: „Der Wald ist für die Windkraft eine Tabuzone“. NABU: „Wälder sind keine Gewerbegebiete“. „Auch Kalamitätsflächen mit ihren offenen und halb-offenen Bereichen und dem hohen Anteil von Totholz und Schlagabraum leisten einen wichtigen Beitrag für einen besseren Nährstoffhaushalt, lebendige Artenvielfalt und als Wasserspeicher.“ Auch Die Naturschutzinitiative lehnt Windkraft im Wald entschieden ab (Wissenschaftler fordern: Keine Windenergie im Wald! | Naturschutzinitiative e.V.) Die „Waldakademie“ ist die führende private Bildungsinstitution für Wald- und Naturthemen in Deutschland. Ihr Gründer Peter Wohlleben, bekannt aus Funk, Fernsehen und Zeitung als „Waldpapst“ und „Stimme des Waldes“ ist der Meinung: „Windräder im Wald sind Irrsinn im Quadrat!“ Aber auch die Bürger sind entschieden gegen Windkraft im Wald. Laut einer Umfrage von „Emnid“ lehnen rund 80% der Deutschen Windkraft im Wald ab.
Was bedeutet der Windparkt für den Heckberg als Naherholungsgebiet?
Diese wunderschöne Landschaft wird regelmäßig von hunderten Menschen aufgesucht, um dort beim Wandern, Biken oder Reiten Kraft zu tanken. Große Teile des westlichen Heckbergs werden entwaldet und für die Fundamente der Windräder betonplaniert. Aus einem Wald wird ein Energieindustriegebiet von monströsem Ausmaß.
Der Heckberg mit seinem ausgedehnten Wald ist beliebtes Naherholungsgebiet.
Was bedeutet der Windpark für Deine Gesundheit?
Deine Gesundheit nimmt Schaden durch Lärmemissionen und kilometerweit messbaren Infraschall.
Windräder erzeugen nicht nur hörbaren Lärm. Die Lautstärke von 260-Meter-Windrädern beträgt sogar in 250 Meter Abstand noch immer 45 dB. Immer mehr in den Fokus rückt aber der tieffrequente Infraschall, der nicht zu hören, aber zu fühlen ist und der noch in weit über 10 Kilometer Entfernung messbar ist. Er steht im Verdacht, folgende Krankheitsbilder auszulösen: * Erschöpfung, * Schlaflosigkeit, * Kopfschmerzen, * Atemnot, * Angst, * Depression, * Konzentrationsstörungen, * Herz-Kreislauf-Probleme, * Bluthochdruck, * Übelkeit, * Tinnitus, * Schwindel oder/und * Arteriosklerose. In Medizinerkreisen werden die gesundheitlichen Auswirkungen dieses Infraschalls schon lange thematisiert. Erst kürzlich hat eine Expertin für Mikrozirkulation und Stressmedizin einen Artikel veröffentlicht, der erneut nahelegt, dass eine chronische Belastung mit Infraschall zu weitreichenden Störungen der Gefäße führt (Chronic Infrasound Impact is Suspected of Causing Irregular Information via Endothelial Mechanotransduction and Farreaching Disturbance of Vascular Regulation in All Organisms | Medical Research and Its Applications Vol. 8) In Frankreich, wo die Windkraftlobby weniger Einfluss hat als in Deutschland, hat der Staatsrat (eine Art oberstes Verwaltungsgericht) die Genehmigungen für Windräder an Land kürzlich für ungültig erklärt. Das bedeutet, dass keine neuen Umweltgenehmigungen für Windprojekte mehr erteilt werden dürfen, solange nicht neue Protokolle definiert werden, die regeln, wie akustische Auswirkungen von Windrädern eingestuft werden sollen. Der Rat war zu der Überzeugung gelangt, dass die bisherigen Vorschriften zur Lärmmessung die Auswirkungen von Windrädern auf die Gesundheit der Bürger nicht ausreichend berücksichtigt haben. Das Gericht gab damit einer Klage der französischen Umweltverbände recht. Diese sehen die Lärmbelastung von Windrädern für Anwohner kritisch.
Warum ist Wald ökologisch wichtig?
Wald ist Klimaschützer, Artenschützer und Hochwasserschützer
Wald schluckt CO2 und wirkt so dem Klimawandel entgegen. Aus diesem Grund haben sich beim Klimagipfel 2021 in Glasgow mehr als 100 Staaten darauf verpflichtet, die Zerstörung von Wäldern bis 2030 zu stoppen, darunter Deutschland. Wald hat einen starken Abkühleffekt für sein gesamtes Umland durch die Verdunstungskälte des Wassers, die er an seine Umgebung abgibt. Der Wald ist quasi die „Klimaanlage“ für sein Umland und begünstigt lokale Regenentstehung. Das macht den Klimawandel für Mensch und Natur im gesamten Umland verträglicher. Der Waldboden hat eine Schwammfunktion. Damit dient der Wald auch dem Schutz vor Hochwasser für alle Bewohner, die an Flüssen wohnen, in die dessen Wasser fließt. Wald beherbergt zahlreiche Tierarten und trägt dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten.
Vögel und Fledermäuse werden geschreddert oder sterben durch Barotrauma
Der Windpark hätte verheerende Auswirkungen auf die Vogel- und Fledermauspopulation. Diesen Tieren droht, dass sie geschreddert werden (Andreas Kieling zeigt durch Windräder zerschredderte Vögel).
Sie haben keine Möglichkeit, den Rotorblättern auszuweichen, die an ihren Spitzen mit über 300 km/h durch die Luft schneiden. Ebenfalls zu erwähnen, dass Barotrauma, das Vögel oder Fledermäuse durch den Druckunterschied erleiden. Besonders dramatisch ist das für den Rotmilan. Er ist in der so genannten „Vorwarnliste“ eingruppiert, d.h.: „Bei Fortbestehen von bestandsreduzierenden Einwirkungen ist in naher Zukunft eine Einstufung in die Kategorie „Gefährdet“ wahrscheinlich“. Ein Windpark dieser Größenordnung wäre eine bestandsreduzierende Einwirkung und würde den Rotmilanbestand von daher gefährden. Auch der seltene Schwarzstorch ist am Heckberg beheimatet.
